„Am Rande der Gemeinde Altdöbern im Süden Brandenburgs steht zwischen turmhohen Tannen und alten Linden eine Ansammlung von Gebäuden auf einer Lichtung. Es ist gegen ein Uhr nachts, als zwei Gestalten in der Dunkelheit auftauchen. Einer der beiden trägt eine Sturmhaube über dem Kopf, sein schmächtiger Körper steckt in einem Flecktarnanzug. Er schlägt die Scheibe eines der Gebäude ein, spritzt eine Flüssigkeit hinein. Wenig später brennt es lichterloh.
Es ist der 23. Oktober 2024.
Als Johann Meier (Name geändert) am nächsten Morgen in einer Chatgruppe ein Video seiner Kumpanen öffnet und das Feuer sieht, scheint er seinem großen Ziel ein Stück nähergekommen."
So beginnt unser Text über die mutmaßlich rechtsradikale Jugendterrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle". Es geht darin um die Rolle eines Jugendlichen, damals 15 Jahre alt, über den bisher nur sehr wenig bekannt war. Er soll eine zentrale Figur der Gruppe gewesen sein, Gründer und Strippenzieher im Hintergrund.
Nach unseren Recherchen soll er den Plan, das Kulturhaus anzuzünden, abgesegnet haben. Mehr noch, er soll über Monate hinweg Taten wie diese eingefordert haben. Und das in einer Chatgruppe der „Letzten Verteidigungswelle“.